
Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Hotellerie und Gastronomie ist von jeher ein europäischer und internationaler Markt. Die Vielzahl deutscher Führungskräfte in Betrieben auf der ganzen Welt dokumentiert dies eindrucksvoll. Im Gastgewerbe muss berufliche Mobilität nicht erst geschaffen werden, sie existiert bereits. Transparenz und Vergleichbarkeit sind zwei ganz wesentliche Voraussetzungen für einen flexiblen und mobilen europäischen Fachkräftemarkt.
Die Branche begrüßt die EU-Bemühungen, genau diese Mobilität zu fördern. Allerdings dürfen die „Bologna“-und „Brügge-Kopenhagen“-Prozesse nicht dazu führen, dass die bestehenden Unterschiede nationaler Bildungssysteme nivelliert werden. Denn gerade das deutsche duale Ausbildungssystem ist auch im Vergleich zu anderen europäischen – oft verschulten – Systemen extrem leistungsfähig und zielorientiert.
Ein Europäischer und ein darauf aufbauender Deutscher Qualifikationsrahmen müssen gewährleisten, dass diese Stärken des dualen Ausbildungssystems im Vergleich zu anderen Systemen angemessen gewürdigt werden. Nicht die Zahl absolvierter Unterrichtsstunden gibt Aufschluss darüber, ob eine Fachkraft sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten kann, sondern die tatsächliche berufliche Kompetenz und Beschäftigungsfähigkeit, die insbesondere auch durch kontinuierliche Praxis entsteht. Langfristig ist zudem wichtig, dass Bildungssysteme vergleichbar und durchlässig sind – gerade wenn es um die Akzeptanz derberuflichen Bildung im Vergleich zur akademischen Ausbildung geht.
Das duale Ausbildungssystem in Deutschland hat sich bewährt. Das gilt auch und gerade in Hotellerie und Gastronomie. Die Stärken und die Leistungsfähigkeit des dualen Ausbildungssystems müssen auch im internationalen Vergleich angemessen anerkannt und berücksichtigt werden. Um eine vernünftige Vergleichbarkeit und Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen – teils schulischen, teils beruflich orientierten – Ausbildungssystemen in Europa zu erreichen, spricht sich das deutsche Gastgewerbe unter anderem für eine Zusammenführung des Leistungspunktesystems der Hochschulen (ECTS) mit dem geplanten Leistungspunktesystem für die berufliche Bildung (ECVET) aus.