Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
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Übernachtungszahlen im Mai: Rund drei Viertel weniger Übernachtungen als im Mai 2019

Im Mai 2020 ging die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland mit einem Minus von 74,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut massiv zurück. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte, gab es aufgrund der Corona-Krise in den Beherbergungsbetrieben nur noch 11,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Besonders deutlich war der Einbruch bei den Gästen aus dem Ausland: Hier zählten die Beherbergungsbetriebe im Mai nur 0,7 Millionen Übernachtungen. Dies entspricht einem Rückgang von 90,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Zugleich verbuchten die Betriebe 10,5 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste (-71,5 %).

Ursache des Rückgangs war wie schon im April das Verbot zur Beherbergung privatreisender Gäste, das je nach Bundesland zwischen Mitte und Ende Mai aufgehoben wurde. Von Januar bis Mai 2020 verbuchten die Beherbergungsbetriebe damit insgesamt nur 88,1 Millionen Übernachtungen, das waren fast 50 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 74,1 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste wurden in diesem Zeitraum verzeichnet (-47,2 %). Noch deutlicher ist der Einbruch bei der Gruppe der ausländischen Gäste: 14,0 Millionen Übernachtungen bedeuteten ein Minus von 55,6 Prozent.

„Die Krise in der Hotellerie ist noch nicht vorbei. Auch nach der Wiedereröffnung melden die Hotels aufgrund der strengen Corona-Auflagen wie Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen und  Kapazitätsbegrenzungen massive Umsatzeinbußen bei gleichzeitig steigenden Kosten“, erklärt DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Insbesondere der Geschäftstourismus läuft sehr langsam wieder an. „Während die Kennzahlen der Hotels in den Feriengebieten wieder einen positiven Trend zeigen, ist die Lage der Stadt-, Tagungs- und Flughafenhotels fatal.“ Umso wichtiger und dringlicher sei eine gesetzliche Regelung zur Pachtminderung in Corona-Zeiten. Dazu sagte DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt Verpächter, die kommen ihren Gastronomen und Hoteliers entgegen. Häufig gilt: Je kleiner, umso vernünftiger und weitsichtiger." Aber gerade in den Innenstädten sei das die Ausnahme. „Dort bestehen vor allem die großen Verpächter und Immobilienfonds auf 100 Prozent der Pachtzahlung." Dabei gehe es um das Überleben der Innenstädte, in denen es nach wie vor häufig gespenstisch aussehe. „Hier muss der Gesetzgeber eingreifen und einen grundsätzlichen Anspruch auf Pachtminderung aufgrund der Covid-19-Pandemie schaffen. Auf dieser Basis können die Parteien dann verhandeln." Es gehe um eine angemessene Risikoverteilung zwischen Verpächtern und Pächtern, so Hartges. „Es ist völlig inakzeptabel, wenn allein die Pächter für die Folgen der Krise aufkommen müssen."