Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
(DEHOGA Bundesverband)


Am Weidendamm 1 A, 10117 Berlin
Fon 030/72 62 52-0, Fax 030/72 62 52-42
info​[at]​dehoga.de, www.dehoga.de


Bild-Branchenumfrage 2022 mit DEHOGA Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges

Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbandes:

Wie viele Beschäftigte arbeiten derzeit in Ihrer Branche?

Das Gastgewerbe zählte zum Stichtag 30. September fast zwei Millionen abhängig Beschäftigte inkl. Minijobber. Laut Bundesagentur für Arbeit waren davon 1.082.00 sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Stand September 2022). Seit März liegt die Zahl endlich wieder stabil über einer Million.

Wie wird sich die Auftragslage voraussichtlich im kommenden Jahr entwickeln?

Dies wird stark von der Konsumstimmung abhängig sein und von der Entlastungswirkung der beschlossenen Maßnahmen wie der Gas- und Strompreisbremsen. Trotz vieler offener Frage bleiben wir zuversichtlich und hoffen, endlich das Vorkrisenniveau (2019) wieder zu erreichen.

Wie viele offene Stellen gibt es derzeit in Ihrer Branche?

Bei der Bundesagentur für Arbeit waren im November 35.422 offene Stellen im Gastgewerbe gemeldet. Diese Zahlen bilden aber nur einen Teil ab. In der Realität werden deutlich mehr Mitarbeiter gesucht. Wir schätzen, dass es aktuell mehr als 50.000 offene Stellen gibt. Im Frühjahr werden die Zahlen noch einmal deutlich steigen.

Gehen Sie in Ihrer Branche von einem Stellenabbau im kommenden Jahr aus?

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich der Trend der positiven Entwicklung im Bereich der Beschäftigung fortsetzt.

Wie wird sich der Lohn in Ihrer Branche voraussichtlich entwickeln? Gibt es bereits ausverhandelte Tarifverträge für nächstes Jahr?

Tarifverträge werden im Gastgewerbe regional abgeschlossen. Für 2022 wurden oftmals zweistellige Tariferhöhungen vereinbart. Bei den Tarifverträgen mit Laufzeit von zwei Jahren und mehr treten in 2023 weitere Erhöhungen in Kraft.

Was sind die größten Herausforderungen in Ihrer Branche für das Jahr 2023?

Entscheidend kommt es jetzt darauf an, dass die Energieversorgung insgesamt gewährleistet ist und dass die Strom- und Gaspreisbremsen wirken. Die explodierenden Kosten für Lebensmittel (+26 Prozent laut DEHOGA-Umfrage im Oktober) und Personal (+20 Prozent laut DEHOGA-Umfrage im Oktober) zählten 2022 zusammen mit den in die Höhe schnellenden Energiekosten zu den größten Herausforderungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Preisspirale gestoppt wird und die Konsumstimmung sich aufhellt. Mehr denn je benötigen die Gastgeber Flexibilisierung statt Reglementierung, Bürokratieabbau statt neuer Dokumentationspflichten, Entlastung statt Belastung. So sieht Zukunftssicherung für die Branche der Gastlichkeit aus.