Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
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Statement DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges ggü. dpa zur Umsatzentwicklung im Gastgewerbe am 7. Februar 2022

«Aktuell ist die Lage seit November, verstärkt seit Dezember und Januar dramatisch. Das betrifft vor allem die Stadt- und Tagungshotellerie.  Unsere Umfrage, an der sich 7.039 Mitglieder beteiligt haben, zweigte für Januar, dass die Umsatzentwicklung für die Tagungshotellerie ein minus von 59 Prozent und bei der Ferienhotellerie von rund minus 40 Prozent im Vergleich zu 2019. Das ist heftig.  

Ich bleibe zuversichtlich für 2022. Wichtig ist, dass am 16. Februar bei der Ministerpräsidentenkonferenz klare Entscheidungen getroffen werden. Ist 2G plus noch sinnvoll , wenn man sich das Regelchaos bei der Testpflicht anschaut? In Bayern und Baden-Württemberg gilt 2 G. Wir erwarten, dass dies jetzt bundesweit beschlossen wir. Ebenso sollte die Politik flächendeckend die Kontaktregistrierung in unseren Betrieben abschaffen, was in einigen Bundesländern längst erfolgt ist. Denn auch die Gesundheitsämter verfolgen die Kontakte nicht mehr.  In manchen Bundesländern gelten  Sperrzeiten von 22 oder 23 Uhr. Für Besucher aber ist es unattraktiv, wenn um 22 Uhr alles zumacht. Da sollte eine Verständigung erfolgen, dass bundesweit diese Sperrzeiten-Regelungen abgeschafft werden. . Die Unternehmer wie Gäste  in unserer Branche sind zunehmend genervt.

Wir rechnen damit, dass die Buchungszahlen wieder deutlich ansteigen, wenn die Regelungen gelockert werden und sich die  Infektionslage  bessert. Insbesondere der April mit den Osterferien ist ein wichtiger Monat für den Tourismus.

In einzelnen Sommermonaten wird es möglich sein, wieder an das Umsatzniveau von 2019 heranzukommen. Bislang aber  haben wir im Verlauf der  Pandemie keinen Monat zu verzeichnen, für den das gilt.  Der ‚beste‘ Monat war August 2021 mit einem Umsatzminus von real -7,3 Prozent für das Beherbergungsgewerbe.

Die touristische Nachfrage wird sich ganz schnell erholen, das haben wir auch im vergangenen Sommer in Deutschland erlebt. Ich gehe davon aus, dass 2023  die Rückkehr zur Normalität bringt und wir bei den Umsätzen wieder auf dem Niveau von 2019 liegen.

Wir haben die Zuversicht, dass wir ab April wieder in die Normalität zurückkommen und die Nachfrage sich positiv entwickelt. Die Lust darauf, in Deutschland Urlaub zu machen, ist bei vielen sehr groß. Im Businessbereich ist die Entwicklung von vielen Faktoren abhängig. Aber ich denke, dass wir auch bei Veranstaltungen wieder mehr Möglichkeiten bekommen. Das bedarf einer gewissen Vorlaufzeit, aber auch da bin optimistisch, dass wir ab April wieder einen relevanten Anstieg von Familienfeiern, Tagungen und auch größeren Veranstaltungen erleben  werden.»