Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.
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Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung - Zu gut für die Tonne

Quelle: BMEL photothek Janine Schmitz

Die Reduzierung von Lebensmittelabfällen geht alle an. Politik, Wirtschaft und Verbraucher sind gleichermaßen gefordert. Im Gastgewerbe liegt es in der Natur der Sache, Einkauf und Wareneinsatz so zu kalkulieren, dass mit der richtigen Portionsgröße und einer professionellen Einkaufspolitik Lebensmittelabfälle vermieden werden. Das auch vom DEHOGA Bundesverband unterstützte Projekt „Zu gut für die Tonne!“ ist eine Informationskampagne des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

 

Am 04.03.2020 haben Bundesernährungsministerin Julia Klöckner und die Präsidenten bzw. Vorsitzenden von sieben Dachverbänden der Land- und Ernährungswirtschaft, des Handels, des Lebensmittelhandwerks und der Gastronomie eine Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen unterzeichnet. Diese Grundsatzvereinbarung bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Das BMEL und die beteiligten Verbände verständigten sich darin auf die international vereinbarten Ziele zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle und -verluste. In einem zweiten Schritt werden sektorspezifische Vereinbarungen zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle mit konkreten Maßnahmen in den jeweiligen Dialogforen erarbeitet.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Preis am 28. Mai 2020 über die Social Media Kanäle verliehen. Bundesministerin Julia Klöckner hat die Gewinnerprojekte des diesjährigen Zu gut für die Tonne! – Bundespreises bekannt gegeben.

Insgesamt 131 Ideen wurden in diesem Jahr eingereicht. Daraus hat die siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe e.V., 14 Projekte als Finalisten ausgewählt. Besonderen Wert legte die Jury in diesem Jahr auf die Vorbildwirkung der Projekte, also inwieweit sich die Ideen auch in die Breite tragen lassen.

Den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis vergab das BMEL in diesem Jahr zum fünften Mal an herausragende Projekte, die dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Im Sinne der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung wird dabei die ganze Bandbreite der Lebensmittelversorgungskette ins Visier genommen: Bewerben konnten sich Unternehmen, Start Ups, landwirtschaftliche Betriebe und Gastronomie, Verbände, Vereine, NGOs, Kommunen, Forschungseinrichtungen ebenso wie Einzelpersonen.

Der Preis wurde in den Kategorien Handel, Gastronomie, Landwirtschaft & Produktion, Gesellschaft & Bildung sowie in der Kategorie Digitalisierung verliehen. Zudem wurden zwei mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Förderpreise vergeben.

Insgesamt waren 14 Projekte für den Bundespreis nominiert. Außer den Kategorien Landwirtschaft und Produktion sowie Handel wurden Preise in den Kategorien Gastronomie, Gesellschaft und Bildung sowie Digitalisierung vergeben. Die Gewinner des Bundespreises 2020 sind:

Kategorie Gastronomie:

In der Disziplin „Gastronomie“ siegte die Betriebsgastronomie von MAN Energy Solutions Societas Europea (SE) in Augsburg mit ihrem Nachhaltigkeitskonzept Foodversity. Mit „ Foodversity“ unterstützt das Unternehmen seine Betriebsgastronomie an den verschiedenen Standorten gezielt bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Verpackungsmüll. DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges würdigte in ihrer Eigenschaft als Mitglied der Bundespreis-Jury die Initiative als „tolles, mutmachendes Beispiel dafür, wie man in unserer Branche nachhaltig wirtschaften und so seine Wertschätzung für Lebensmittel zeigen kann.“

Kategorie Landwirtschaft und Produktion:

Landratsamt Esslingen für "Gelbes Band: Ernteprojekt auf Streuobstwiesen im Landkreis Esslingen" (Esslingen am Neckar, Baden-Württemberg)
Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ unterstützt der Landkreis die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen. Ein gelbes Band am Stamm signalisiert: Dieser Baum darf gratis und ohne Rücksprache abgeerntet werden. Das "Gelbe Band" lädt dazu ein, Obst zu ernten und sorgt dafür, dass weniger Obst ungenutzt auf den Wiesen verdirbt.

Kategorie Handel:

EasyFill GmbH für "Nachhaltiges Regalsystem" (Köln, Nordrhein-Westfalen)
Die EasyFill GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Regalsysteme mit einem sogenannten "First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip": Das sorgt dafür, dass zuerst die Produkte mit der kürzesten Mindesthaltbarkeit verkauft werden und so Produkte, die dringender verbraucht werden müssen, nicht in der Tonne landen.

Kategorie Gesellschaft und Bildung:

Johann Heinrich August Duncker Oberschule für "Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und zu konsumieren" aus Rathenow in Brandenburg: Durch dieses Projekt fördert die Oberschule aus Rathenow durch zahlreiche Aktivitäten die Wertschätzung von Lebensmitteln. Das Kollegium setzt dabei auf praktische Ernährungsbildung im regulären Schulunterricht. Für das Projekt erhielt die Schule auch einen Förderpreis.

Kategorie Digitalisierung:

Delicious Data GmbH und fünf Studenten-/Studierendenwerke für "Delicious Data: Gemeinsam gegen Überproduktion in Mensen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz" aus München: Mensen und Cafeterien müssen Lebensmittel oft entsorgen, weil sie zu viel produzieren. Das Start-up Delicious Data hat ein Prognosesystem entwickelt, das die Anzahl benötigter Portionen vorausberechnet und dadurch die Überproduktion reduziert. Es nutzt Künstliche Intelligenz, um Überproduktion im Mensabetrieb zu vermeiden.

Ein weiterer Förderpreis ging an Kinderleicht e.V. aus München für das Projekt "Gib Lebensmittelverschwendung keine Chance!"

Auf der Seite des Bundeslandwirtschaftsministeriums stehen für alle Interessierten Videos zu den ausgezeichneten und nominierten Projekten bereit.